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Bilder schubsen

Das ist das, was ich die letzten Wochen vornehmlich gemacht habe: Bilder hin und her geschubst. Klingt mysteriös, ist es aber nicht.

Aktuell gestalte ich ein Fotobuch über den Alltag auf den Straßen Duisburgs. Nach Sichtung meiner Festplatten wählte ich aus allen in Duisburg und seinen Stadtbezirken geschossenen Bildern in einem ersten Schritt rund 300 aus. Interessanter Weise bringen die Bilder, ob alt oder neu, eine mich auch heute noch beschleichende Stimmung zum Ausdruck, wenn ich mit oder ohne Kamera in Duisburg unterwegs bin.

 

Im nachfolgenden galt es, das "Thema" auf den Punkt zu bringen. Also begann ich mit dem Bilder schubsen, soll heißen, die rund 300 Fotos habe ich ausgedruckt, habe erste Bildpaare gebildet und versucht, aus diesen Paaren sowie aus Einzelbildern eine erste, lesbare Sequenz zu legen. Das ist eine Arbeit, die tierischen Spaß bereitet, und ob man's glaubt oder nicht, zum Ende hin richtig anstrengend wird. Recht schnell habe ich mich dazu entschlossen, das Buch in klassischem Schwarz-/Weiß zu erstellen, letztlich fordern es die Bilder fast schon ein.

 

Vielleicht kennt ihr das: als FotografIn habt ihr eure Lieblingsbilder. Die müssen gar nicht mal "gut" sein, häufig reicht die Erinnerung an die Situation, an den Entstehungsprozess oder an das Motiv, um das Bild in den Rang eines Lieblingsbild zu heben. Problematisch finde ich auch nicht, dass es ein "Lieblingsbild" ist, die ganze Fotografiererei soll mir ja in erster Linie Spaß machen. Problematisch wird's, wenn man seine Lieblingsbilder unbedingt in die Buchsequenz einbringen und innerlich nicht wirklich akzeptieren will, dass die Lieblingsbilder hier partout nicht 'reingehören. Will sagen, es ist nicht ganz einfach, die richtige Distanz zu seinen eigenen Werken zu finden und objektiv im Hinblick auf die Verwendbarkeit in einem Fotobuch zu beurteilen. Das können Dritte meist viel besser.

 

Dieser Dritte war und ist für mich Wolfgang Zurborn, mit dem ich mein Buchprojekt erörtere und stetig verfeiner. Achtung Werbeblock: ich kann jedem Fotografen, jeder Fotografin, egal welches Genre sie oder er fotografiert, nur wärmstens empfehlen, seine halbjährige Seminarreihe "Theatre Of Real Life" zu buchen. Hierin geht's um Bilder, um die Wirkung von Bildern, alleinstehend oder im Kontext mit anderen Bildern. Über ein halbes Jahr hinweg arbeitet ihr an euren eigenen Themen, wobei die Themen sich häufig erst so richtig aus den Fotos ergeben, wenn sie mal auf dem Tisch liegen. Dies ist ein Seminar für Bilder-, nicht für Technikfreaks. Näheres findet ihr unter lichtblick-school.com.

 

Im ersten Temin haben wir meine Erstsequenz überarbeitet und eingekürzt. Blöderweise sind dabei auch eine Handvoll meiner Lieblingsbilder über die Wupper gegangen, ich denke, die muss ich in den kommenden Terminen nochmals einschmuggeln. Aktuell bin ich dabei, die Bilder für einen ersten Dummy aufzubereiten und in den Druck zu geben. Den Sommer und vielleicht auch noch den Herbst möchte ich für weitere Aufnahmen nutzen, die dann unter Umständen noch in das Buch einfließen.

 

O.K., so weit, so gut. Ich halte euch über den weiteren Schaffensprozess auf dem Laufenden. Bis dahin entspannt euch ein wenig mit den Bildern aus Duisburg-Mitte.

 

Beste Grüße,

Ralf

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